Weil Behinderung kein Hindernis ist

Musikunterricht für Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Musikunterricht ohne Schranken

Die Musikschulen des Kantons Thurgau stehen allen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen offen – auch Menschen mit einer Beeinträchtigung. Alle Mitgliedschulen des Verbands integrieren in enger Zusammenarbeit mit Pro Infirmis und insieme21 Thurgau im Sinne der Inklusion Menschen mit Beeinträchtigungen in den Schulalltag. Sie erhalten denselben Unterricht wie alle anderen Musikschülerinnen und -schüler auch, allerdings gezielt auf die Musikschülerin oder den Musikschüler abgestimmt. Es steht ihnen zudem offen, in bestehenden Gruppen und Ensembles mit anderen Musikschülern zu musizieren und das Musizieren in der Gruppe zu erleben.

 

Gemeinsamer Start mit Bezugspersonen

Sowohl eine körperliche als auch eine geistige Beeinträchtigung bedeuten in keinem Fall, dass das Erlernen eines Musikinstruments unmöglich ist. Bei einer geistigen Beeinträchtigung wird die Lehrperson das Unterrichtstempo, die Materialien und die Unterrichtsweise in Zusammenarbeit mit den Eltern individuell anpassen. Im Elterncoaching wohnen die Eltern oder andere Bezugspersonen im ersten halben Jahr dem Unterricht bei und coachen die Lehrperson. So ist es besser möglich, mit der Musikschülerin/dem Musikschüler eine Verständnisebene zu finden, Eigenarten zu verstehen und vor allem die Welt mit dessen Augen zu sehen. Treten trotz dieses bewährten Vorgehens mit Elterncoaching Probleme im Musikunterricht auf, werden diese mit Coachings durch Fachpersonen von Pro Infirmis gelöst. Bei einer körperlichen Beeinträchtigung, welche das Instrumentalspiel einschränkt, sind auch Modifizierungen an Instrumenten möglich, welche das Spiel auf den Instrumenten ermöglichen.

Weil Musizieren ein Erlebnis ist

Musik schafft einen «Spielraum», in dem Emotionen, Beziehungen und Kommunikation entstehen können. Es geht hierbei nicht immer nur um musikalische Leistung im herkömmlichen Sinn, z. B. das Erlernen von Fertigkeiten am Instrument. Vielmehr steht das künstlerische Erleben und Spielen mit den eigenen Mög­lichkeiten und Fähigkeiten im Einzel-, Gruppen- und Ensembleunterricht im Mittelpunkt.

Die Musikschulen des Kantons Thurgau bieten keine Musiktherapie an, sondern Musikunterricht als sinnvolle Freizeitbeschäftigung, Erweiterung der feinmotorischen Möglichkeiten und emotionales Sprachrohr. Der oder die Musizierende lernt eine nonverbale Sprache, mit der man sich seinem Naturell entsprechend ausdrücken kann, im Zusammenspiel werden soziale Kompetenzen, wie gegenseitiges Zuhören und Rücksichtnahme gefördert. Dies sind die Ziele jedes Musikunterrichts – ob mit oder ohne Beeinträchtigung!

 

Abklärungen und Kontakt

Um einen guten Start zu gewährleisten empfehlen wir, dass vor der Anmeldung das Gespräch mit der Schulleitung oder den zuständigen Fachbereichsleitenden gesucht wird. Sie klären im Gespräch mit den Eltern, wie weit die Behinderung reicht und welche Instrumente (original oder adaptiert) und Lehrpersonen in Frage kommen.

Zusätzlich werden auch finanzielle Fragen erläutert, denn dank der Unterstützung durch Pro Infirmis wird der inklusive Musik­unterricht nicht an finanziellen Fragen scheitern. Familien mit kleinem Budget oder Musikschülerinnen und -schüler, welche über 20 Jahre alt sind, können finanzielle Beiträge erhalten.
Nach den entsprechenden Abklärungen steht dem Musikunterricht nichts mehr im Wege!

Weitere Informatione
Marie-Line Meyenhofer
Telefon 079 769 72 45
marie-line.meyenhofer@musikalis.ch